Aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und in der Membrantechnolgie.
Membion-Technologie für größte MBR-Kläranlage Deutschlands in Wolfsburg
Ein bedeutender Meilenstein für Membion: Unsere energieeffiziente Membrantechnologie kommt beim Ausbau der Kläranlage Wolfsburg-Stahlberg zur Anwendung – der künftig größten MBR-Kläranlage Deutschlands mit einer Auslegung auf 220.000 Einwohnerwerte (EW).
Der Zuschlag für das zukunftsweisende Projekt ging an ein Partnerkonsortium bestehend aus ZWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH, Kögel Bau GmbH & Co. KG und Membion GmbH. Die Besonderheit: Es handelt sich um eine funktionale Ausschreibung, bei der eine integrierte Lösung aus Planung, Bau und Technologie bewertet wurde. Unsere gemeinsam mit ZWT entwickelte Lösung überzeugte durch Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit und herausragende Energieeffizienz über den gesamten Lebenszyklus.
„Wir freuen uns sehr, Teil dieses richtungsweisenden Projekts zu sein. Mit unseren Membranmodulen setzen wir neue Standards in puncto Energieeffizienz, Kompaktheit und Ablaufqualität – und zeigen, was moderne MBR-Technologie heute leisten kann.“ — Dr. Klaus Vossenkaul, Geschäftsführer der Membion GmbH
Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant, der Baustart erfolgt im November 2025. Mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro markiert das Projekt einen wichtigen Schritt für den Übergang zu einer zukunftsfähigen Abwasserinfrastruktur – und unterstreicht den wachsenden Stellenwert unserer kompakten, effizienten Membranfilter in der kommunalen Abwassertechnik.
Wir danken unseren Partnern ZWT und Kögel Bau für das Vertrauen und die hervorragende Zusammenarbeit – und freuen uns, mit unserer Technologie einen wesentlichen Beitrag zum Gewässerschutz und zur Energieneutralität zu leisten.
Große Ehre für Membion: Im feierlichen Rahmen der AC²-Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses wurde die Membion GmbH mit dem AC²-Innovationspreis Region Aachen 2025 ausgezeichnet. Mit unserer neuartigen Membranfilter-Technologie zur Abwasseraufbereitung konnten wir die Jury überzeugen – sowohl durch die technologische Exzellenz als auch durch den Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
Der Juryvorsitzende, Landrat Markus Ramers (Kreis Euskirchen), würdigte in seiner Laudatio nicht nur den technologischen Innovationsgrad, sondern auch unseren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und den Aufbau neuer Arbeitsplätze im Bereich Umwelttechnik.
Auch Sven Pennings, Geschäftsführer der AGIT, hob die Bedeutung des Innovationsgeistes hervor: „Innovationen entstehen nicht allein durch gute Ideen – sie brauchen auch Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit. Membion hat all das bewiesen.“
Wir bedanken uns herzlich bei der GründerRegion Aachen, der AGIT, den auslobenden Städten und Kreisen sowie bei allen Unterstützern und Partnern, die diesen Weg mit uns gehen. Unser Dank gilt auch den weiteren Finalisten für den konstruktiven Wettbewerb und den inspirierenden Austausch.
Diese Auszeichnung ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich: Wir werden weiterhin mit voller Kraft daran arbeiten, die Abwasserbehandlung weltweit nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähiger zu gestalten – aus der Region Aachen in die Welt.
Membion gewinnt den AC²-Innovationspreis
Region Aachen 2025
Ein bedeutender Meilenstein für Membion: Unsere energieeffiziente Membrantechnologie kommt beim Ausbau der Kläranlage Wolfsburg-Stahlberg zur Anwendung – der künftig größten MBR-Kläranlage Deutschlands mit einer Auslegung auf 220.000 Einwohnerwerte (EW).
Der Zuschlag für das zukunftsweisende Projekt ging an ein Partnerkonsortium bestehend aus ZWT Wasser- und Abwassertechnik GmbH, Kögel Bau GmbH & Co. KG und Membion GmbH. Die Besonderheit: Es handelt sich um eine funktionale Ausschreibung, bei der eine integrierte Lösung aus Planung, Bau und Technologie bewertet wurde. Unsere gemeinsam mit ZWT entwickelte Lösung überzeugte durch Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit und herausragende Energieeffizienz über den gesamten Lebenszyklus.
„Wir freuen uns sehr, Teil dieses richtungsweisenden Projekts zu sein. Mit unseren Membranmodulen setzen wir neue Standards in puncto Energieeffizienz, Kompaktheit und Ablaufqualität – und zeigen, was moderne MBR-Technologie heute leisten kann.“ — Dr. Klaus Vossenkaul, Geschäftsführer der Membion GmbH
Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 geplant, der Baustart erfolgt im November 2025. Mit einem Investitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro markiert das Projekt einen wichtigen Schritt für den Übergang zu einer zukunftsfähigen Abwasserinfrastruktur – und unterstreicht den wachsenden Stellenwert unserer kompakten, effizienten Membranfilter in der kommunalen Abwassertechnik.
Wir danken unseren Partnern ZWT und Kögel Bau für das Vertrauen und die hervorragende Zusammenarbeit – und freuen uns, mit unserer Technologie einen wesentlichen Beitrag zum Gewässerschutz und zur Energieneutralität zu leisten.
Große Ehre für Membion: Im feierlichen Rahmen der AC²-Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses wurde die Membion GmbH mit dem AC²-Innovationspreis Region Aachen 2025 ausgezeichnet. Mit unserer neuartigen Membranfilter-Technologie zur Abwasseraufbereitung konnten wir die Jury überzeugen – sowohl durch die technologische Exzellenz als auch durch den Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.
Der Juryvorsitzende, Landrat Markus Ramers (Kreis Euskirchen), würdigte in seiner Laudatio nicht nur den technologischen Innovationsgrad, sondern auch unseren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und den Aufbau neuer Arbeitsplätze im Bereich Umwelttechnik.
Auch Sven Pennings, Geschäftsführer der AGIT, hob die Bedeutung des Innovationsgeistes hervor: „Innovationen entstehen nicht allein durch gute Ideen – sie brauchen auch Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit. Membion hat all das bewiesen.“
Wir bedanken uns herzlich bei der GründerRegion Aachen, der AGIT, den auslobenden Städten und Kreisen sowie bei allen Unterstützern und Partnern, die diesen Weg mit uns gehen. Unser Dank gilt auch den weiteren Finalisten für den konstruktiven Wettbewerb und den inspirierenden Austausch.
Diese Auszeichnung ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich: Wir werden weiterhin mit voller Kraft daran arbeiten, die Abwasserbehandlung weltweit nachhaltiger, effizienter und zukunftsfähiger zu gestalten – aus der Region Aachen in die Welt.
Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass Membion als eines von 12 Unternehmen für den aktuellen Batch 4# des Förderprogramms Scale-up.NRW ausgewählt wurde. Das Programm richtet sich an Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit besonders hohem Wachstumspotential (Scale-ups) und unterstützt sie dabei, international zu expandieren und ihre Skalierung gezielt voranzutreiben.
Scale-up.NRW wird vom NRW-Wirtschaftsministerium getragen und bietet teilnehmenden Unternehmen ein intensives 18-monatiges Programm mit individuellem Coaching, Zugang zu internationalen Märkten, einem exklusiven Netzwerk aus erfahrenen Unternehmer:innen, Investor:innen und Expert:innen sowie gezieltem Austausch mit anderen innovativen Scale-ups.
Für Membion ist die Aufnahme in das Programm ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg ein international erfolgreiches Unternehmen für moderne Membranbioreaktoren (MBR) in der kommunalen und industriellen Abwasserbehandlung aufzubauen. Die Teilnahme an Scale-up.NRW gibt uns Impulse für unsere strategische Weiterentwicklung und hilft uns, unsere Skalierung zu professionalisieren.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Scale-up.NRW-Team und den anderen teilnehmenden Unternehmen – und auf die nächsten Schritte unserer Wachstumsgeschichte.
Die Membion GmbH geht den nächsten Schritt in der digitalen Transformation:
Im Rahmen der Produktionsexpansion und der Planung eines neuen zusätzlichen Standorts für die Serienproduktion innovativer Membranfilter setzt unser Unternehmen verstärkt auf Digitalisierung. Das Ziel ist der „digitale Zwilling“ der Produkte und Arbeitsabläufe. Durch eine hochmoderne, effiziente und ressourcenschonende Fertigung sollen nachhaltige Membranlösungen für eine energie- und platzsparende Abwasserbehandlung am Markt platziert werden.
Dieses zukunftsweisende Vorhaben wird durch die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Zusätzlich stellt uns das Land NRW mit Ruben Regenbogen einen Transformationsexperten zur Seite. Durch seine Erfahrung in der Planung und dem Aufbau automatisierter Produktionsprozesse bringt er wertvolle Expertise ein. Diese Förderung unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Region.
Mit der Implementierung digitaler Technologien setzt Membion neue Maßstäbe in der Produktion von Membranfiltern. Die Automatisierung zentraler Fertigungsprozesse, der gezielte Einsatz von Datenanalysen zur Qualitätssicherung und eine vernetzte Produktionssteuerung erhöhen nicht nur die Effizienz und Prozesssicherheit, sondern tragen auch dazu bei, Nachhaltigkeitsziele noch effektiver zu erreichen.
Dank der großzügigen Projektförderung durch die EU und das Land NRW kann die Membion GmbH ihre Position als Vorreiter in der Membranfiltration weiter ausbauen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.
Quantensprung bei Energieeinsparung von MBR Anlagen durch Membion JetSplash-Technologie
20. Juni 2023 – 11:45 Uhr, Osnabrück
In den letzten Jahren werden zunehmend Membranfilter zur Abwasserreinigung in so genannten Membranbioreaktoren (MBR) eingesetzt. Sie erreichen im Vergleich zu konventionellen Kläranlagen eine deutlich bessere Wasserqualität bei etwa der Hälfte des benötigten Platzes. Außerdem bieten sie Lösungen für aktuelle Probleme in der Wasseraufbereitung wie Mikroplastik, antibiotikaresistente Keime und Krankheitserreger im Abwasser. Ein wesentlicher wirtschaftlicher Nachteil der Technologie ist jedoch der hohe Energiebedarf für die Modulbelüftung zur Durchspülung der Membranen mit Luft.
Grundsätzlich werden in MBR-Anlagen zwei verschiedene Moduldesigns eingesetzt: Hohlfaser- und Plattenmodule. Beide haben unterschiedliche betriebliche Vor- und Nachteile. Hohlfasermodule erfordern eine intensive Vorbehandlung mit einem geringeren Energiebedarf für die Membranbelüftung. Plattenmodule benötigen deutlich weniger Vorbehandlung, verbrauchen aber im Allgemeinen mehr Energie für die Membranspülung. Um den höheren Energieverbrauch teilweise zu kompensieren, werden Plattenmodule häufig in so genannten Doppeldecker-Konfigurationen übereinander installiert.
Die Firma Membion hat einen neuartigen Membranfilter mit Hohlfasermembranen entwickelt, der durch eine neuartige Spültechnik die Vorteile von Platten- und Hohlfasermodulen vereinigt: geringer Energiebedarf bei geringem Vorbehandlungsaufwand (Vossenkaul et al, 2016), (DBU-VORHABEN, 2019), (DBU-VORHABEN, 2021). Wesentlicher Bestandteil der neuen Spültechnik ist ein patentiertes Geysir-Belüftungssystem mit JetSplash®-Technologie. Dabei wird ein Luftspeicher unterhalb der Membranen kontinuierlich mit Luft gefüllt und nach dem Befüllen schlagartig entleert. Dies führt zu kräftigen Luftpulsen, die unterhalb des Membranbündels in den Modul eingetragen werden. Da die Membranbündel jeweils von einem Rechteckrohr umgeben sind, das oben direkt an das Geysir-Element anschließt, führt der schlagartig aus dem Geysir-Element ausströmende Luftpuls dazu, dass die komplette Flüssigkeitssäule, die die Hohlfasermembranen umgibt, innerhalb von anderthalb Sekunden vertikal nach oben beschleunigt wird. Diese Beschleunigung hat wesentlich intensivere und effektivere Spülwirkung auf die Membranen als die Luftblasen selber. Dadurch wird die Menge der benötigten Luft für die Spülung und somit der Energiebedarf deutlich reduziert. Durch die hohe Effektivität der Spülung kann auf die sonst übliche Rückspülung der Membranen mit erzeugtem Filtrat (Permeat) verzichtet werden, was zu höheren Gesamtausbeuten und geringeren Membranflächen führt.
Im Rahmen eines vom BMBF geförderten KMU-Innovationsprojekts „Double Membion“ (02WQ1549A-C) erfolgte der erste Praxistest einer Weiterentwicklung des Single-Decker Moduls hin zu einer Doppeldecker-Modul-Konfiguration. Ziel dieses Projektes war es, die bestehenden energieintensiven Plattenmodule auf der Kläranlage Konzen durch eine energieeffizientere und kompaktere Lösung von Membion in einer der bestehenden 8 Straßen der Anlage zu ersetzen. Im patentierten Doppeldeckermodul von Membion werden die Vorteile der JetSplash®-Technologie auf ein Konzept übertragen, in dem jeweils zwei Membranelemente über einem Geysir-Element installiert werden. Dadurch kann die vorhandene Beckentiefe der Doppeldecker-Plattenmodule vollständig genutzt werden.
Aufgrund der höheren Packungsdichte der Membion Module wurden für die Installation der Doppeldeckermodule nur zwei der vorhandenen 9 Membranplätze der Membranstraße benötigt, was einer Platzeinsparung von mehr als 75% entspricht. Bei einem Austausch aller 8 Membranstraßen durch Membion-Module würden somit nur zwei der vorhandenen 8 Membranbecken für die Installation der gesamten Membranfläche (23.200 m²) ausreichen. Die Membranbecken der anderen 6 Straßen könnten dann zur Optimierung bzw. zum Ausbau der biologischen Stufe genutzt werden.
Die Module von Membion laufen seit Frühjahr 2021 ohne zusätzliche Vorbehandlung im normalen Anlagenbetrieb der Kläranlage und demonstrieren Einsparungen im Energiebedarf für die Luftspülung der Membranmodule von bis zu 90%. Neben dem Vorteil der Energieeinsparung und der damit verbundenen Betriebskosten-Senkung fallen auch die Gebläse und die zu installierenden Rohrleitungen und Aggregate deutlich kleiner aus, was zusätzliche Einsparungen bei den Investitionskosten bedeutet.
Die Technologie von Membion leistet durch ihre signifikante Energie- und Ressourceneinsparung einen Beitrag zum Umweltschutz, der gerade vor dem Hintergrund des jüngst vom Bundestag verabschiedeten Gesetzes zur Klimaneutralität bis Ende 2045 immer wichtiger wird. Wer, wenn nicht die Kommunen, könnte und sollte ein Interesse daran haben, hier voranzukommen?
Die Minimierung des Energiebedarfs von Abwasseranlagen hat im vergangenen Jahr nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch wirtschaftlich zunehmend an Bedeutung gewonnen. Membranbioreaktoren (MBR) bieten mit ihrer signifikant besseren Wasserqualität und ihrem geringeren Platzbedarf attraktive Alternativen zu herkömmlichen Kläranlagen – insbesondere, wenn der Aspekt der Wiederverwendung des gereinigten Abwassers zusätzlich in Betracht kommt. Nachteil konventioneller MBR-Anlagen ist jedoch deren hoher Energiebedarf. Die Firma Membion GmbH aus Deutschland hat einen neuartigen Membranfilter entwickelt, der den Energiebedarf für die Cross-Flow-Belüftung von MBR-Anlagen um bis zu 90% senkt, so dass dieser in die Größenordnung von konventionellen Kläranlagen rückt. Da die Membranmodule flexibel an verschiedene Einbaugrößen anpassbar sind, zeigt sich insbesondere beim Austausch von energie-intensiven Plattenmembranen ein hohes Einsparpotential.
Bei Membranbioreaktoren (MBR) wird die Trennung des gereinigten Abwassers vom biologischen Schlamm von Membranen übernommen, die in den Schlamm eingetaucht werden. Dadurch entfallen die bei konventionellen Kläranlagen üblichen Nachklärbecken und die Anlagen werden deutlich kompakter. Aufgrund der Porengröße der Membranen bilden diese eine vollständige Barriere gegen Mikroorganismen jeglicher Art sowie auch gegen Mikroplastik und erreichen somit eine deutlich verbesserte Wasserqualität.
Bild-1: Die Membrankläranlage Konzen
Hoher Energiebedarf bei Plattenmodulen
Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) betreibt seit 2006 in der Eifel die Membrankläranlage Konzen (MBR) mit Plattenmodulen (Bild 1). Diese haben gegenüber klassischen Hohlfasermodulen den Vorteil, dass sie einen höheren Anteil an Haaren und faserigen Verbindungen im Schlamm tolerieren und daher mit weniger Vorbehandlung des Abwassers auskommen (Filterstufen-Rechen statt Fein-Siebung). Nachteil von Plattenmodulen ist allerdings ihr hoher Energiebedarf für die Cross-Flow-Belüftung zur Spülung der Membranmodule, die erforderlich ist, um einer Verblockung der Membran-Platten entgegenzuwirken.
Innovatives Moduldesign von Membion
Die Firma Membion hat neuartige Hohlfasermodule entwickelt, die den Austausch von Plattenmodulen ermöglichen und dabei den Energiebedarf für die Spülung der Module ohne zusätzliche Vorbehandlung drastisch senken. Diese Vorteile werden ermöglicht durch die Kombination von 4 innovativen Design-Features (Bild 2) des Membion-Moduls. Diese werden im Folgenden am Beispiel der Kläranlage Konzen erläutert.
Hier wurden im Frühjahr 2022 im Rahmen eines vom BMBF geförderten Projektes [2] in einer der 8 Membrankammern die vorhandenen Doppeldecker-Plattenmodule durch Doppeldecker-Hohlfasermodule von Membion ersetzt. Die Membion-Membrankammer läuft seitdem im Automatikbetrieb der Kläranlage mit und demonstriert eindrucksvoll die Vorteile des neuen Membransystems.
„Single-header Design“
Die Hohlfasermembranen im Membion-Modul werden in Bündeln nur unten in einem Fußelement fixiert, während sie oben einzeln verschlossen, wie „echtes Seegras“ frei im zu filtrierenden Schlamm schweben. Dadurch tolerieren die Module einen deutlich höheren Anteil an Haaren und faserigen Verbindungen im Schlamm als doppelseitig-eingespannte Hohlfaser-Module (Double-header-Systeme) [3]. Beim Wechsel von Plattenmodulen zu Membion-Modulen braucht daher keine zusätzliche Feinsiebung des Abwassers installiert zu werden. Die in Konzen vorhandenen Filterstufenrechen reichen für den Betrieb der Membion-Module aus.
„BundleTube“
Die Membran-Bündel werden bei Membion in einem Rechteckrohr installiert, das ohne seitliche Öffnungen direkt oben an das Fußelement anschließt. Die Cross-Flow-Belüftung der Membranen transportiert immer auch Schlamm mit nach oben. Dieser muss im stationären Betrieb irgendwo in der Membrankammer auch wieder nach unten strömen. Konventionelle MBR-Systeme sehen hierfür einen Randabstand neben den Membranmodulen bis zur Behälterwand vor (Bild 3). Damit der oben aus den Membranmodulen ausströmende Schlamm in diese Randzonen strömen kann, muss zusätzlich über den Membranmodulen ausreichend Schlamm-Überstand vorgesehen werden. Randabstand und Schlamm-Überstand führen zu mehr Platzbedarf und einer größeren Wassertiefe für den Eintrag der Luft – und damit zu höheren Energiekosten durch den höheren Einblasdruck der Luft.
Bild 3: BundleTube Konzept zum kompakten Einbau der Membranmodule
Im hier gezeigten Modul bilden die fest definierten Abstände zwischen den Rechteckrohren der Membranelemente die Zonen für die Abwärtsströmung des Schlammes innerhalb des Membranmoduls. Dadurch entfallen sowohl die erforderlichen Randabstände zur Behälterwand als auch der Schlamm-Überstand oberhalb der Membranmodule. Dies führt zu höheren Gesamtpackungsdichten und trägt zu einer Reduzierung des Energiebedarfs bei. Bild 3 veranschaulicht das Prinzip und die Vorteile des „BundleTube“-Designs von Membion. Insgesamt wurden in Konzen für den Einbau der gleichen Membranfläche in einer Membrankammer mit diesen Modulen nur 2 der vorhandenen 9 Membranplätze der Doppeldecker-Plattenmodule benötigt, d.h. nur weniger als 25% der Installationsfläche. Der frei gewordene Rest der Membrankammer kann für die Optimierung der biologischen Abbauleistung genutzt werden.
Im Falle des in Konzen realisierten BMBF-Projektes wurde der frei gewordene Teil der Membrankammer zu Forschungszwecken mit zusätzlichen Belüfterplatten und einem Rührwerk ausgestattet. Hier untersucht das Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) der RWTH Aachen, das als Forschungspartner in das Projekt eingebunden wurde, den alternativen Betrieb dieser Zone der Membrankammer als zusätzliches Denitrifikations- oder Nitrifikationsvolumen.
„JetSplash®-Technologie“
Den größten Beitrag zur Senkung des Energiebedarfs liefert die von Membion entwickelte und patentierte JetSplash®-Technologie zur Spülung der Membranmodule. Dabei werden sogenannte Geysir-Elemente (Bild 2) direkt unten an die Membranelemente angeschlossen – und zwar ebenfalls ohne seitliche Öffnungen für den Schlamm. Jedes Geysir-Element enthält ein Luftreservoir, das kontinuierlich mit Luft gefüllt wird und sich jeweils nach Befüllung automatisch entleert. Dabei expandiert der aus dem Geysir austretende Luftpuls unterhalb der Membranen im Rechteckrohr und verdrängt den dort vorhandenen Schlamm. Aufgrund des seitlich geschlossenen Systems wird die komplette Schlammsäule im Rechteckrohr schlagartig nach oben beschleunigt. Dies führt im Gegensatz zur klassischen Cross-Flow-Belüftung zu einer energiesparenden und deutlich effektiveren Modul-Spülung.
Die Effektivität der neuen JetSplash®-Technologie führt zudem dazu, dass auf eine periodische Rückspülung der Membranen mit Filtrat – wie sie sonst bei Hohlfasermembranen üblich ist – verzichtet werden kann. Dies erhöht bei gleicher Brutto-Filtrationsleistung die Netto-Flüsse der Membranen. Da auch viele Plattenmodule ohne Permeat-Rückspülung betrieben werden, eignen sich die Module auch in dieser Hinsicht für einen energie-effizienten Austausch von vorhandenen Plattenmodul-MBR-Anlagen.
„Built2fit“
Die Membranmodule sind zudem flexibel in ihren Abmessungen gestaltbar aufgrund eines modularen Baukastensystems aus zwei Grundbausteinen: den Membranelementen mit darunter installierten Geysir-Elementen. Diese Grundbausteine werden auf beiden Seiten eines einfach aufgebauten Edelstahl-Rahmens montiert. Durch Variation der Anzahl der Membranelemente lässt sich die Länge des Moduls flexibel an vorhandene, auszutauschende Membranmodule anpassen (Built2fit).
Auch in der Höhe sind die Module flexibel und können neben der für Hohlfasermodule üblichen einstöckigen Bauweise auch in Form von Doppeldecker-Modulen gestaltet werden. Dabei werden jeweils oberhalb eines Geysir-Elementes zwei Membranelemente übereinander installiert, so dass sie durch den einen Geysir gleichzeitig gespült werden. Dies führt zu einem noch geringeren Platzbedarf und der Möglichkeit, auch die tieferen Membrankammern von Doppeldecker-Plattenmembranen ausnutzen zu können. Auch in Konzen sind die neuen Doppeldecker-Hohlfaser-Module bei einer Tiefe der Membrankammer von 4,5 m im Einsatz.
Betriebsergebnisse der neuen Membran-Module in Konzen
Bisher zeigt die Membrankammer mit Membion-Modulen in Konzen ein stabiles Betriebsverhalten (Bild 4). Der Durchfluss der Membrankammern (netto Tagesdurchsatz) wird entsprechend des an der Kläranlage ankommenden Abwassers geregelt. Dabei werden die 8 Membrankammern jeweils zu- oder abgeschaltet. Wenn sie in Betrieb sind, so laufen sie mit einem Brutto-Filtrationsfluss von 25 l/(m²h). Bei Trockenwetterbedingungen müssen die Membrankammern nach längerem Stillstand vorbelüftet werden, um vor Wiederbeginn der Filtration sedimentierten Schlamm aufzuwirbeln. Weiterhin kann es vorkommen, dass aufgrund eines zu niedrigen Füllstandes im Belebungsbecken ein Filtrationszyklus abgebrochen wird. Diese zwei Effekte erhöhen den Energiebedarf bei Trockenwetter.
Bild 4: Betriebsdaten der Membion-Membrankammer, oben: Verläufe von Temperatur und Permeabilität, unten: Filtratfluss und Energiebedarf
Bild 5: Gebläsevergleich für eine Kammer
Im Dauerbetrieb bei Regenwetter wird ein Energiebedarf von 0,06 kWh/m³ erreicht. Die Schlammtemperatur liegt mittlerweile unter 10 °C.
Mitte September wurde eine erste Optimierung der Betriebsführung mit der Unterstützung von Membion Mitarbeitern durchgeführt. Seitdem läuft die Anlage mit einem durchschnittlichen spezifischen Energiebedarf für die Modulbelüftung inklusive Vorbelüftung von 0,076 kWh/m³ bezogen auf das netto erzeugte Filtrat (Bild 5).
Hohe Energie-Einsparung und kleinere Gebläse
Das entspricht einer Reduktion des Energiebedarfs für die Modulbelüftung im Vergleich zu den Plattenmodulen, die mit einer Belüftungsenergie von 0,838 kWh/m³ betrieben werden, von mehr als 90 %. Im Falle einer Umrüstung aller 8 Membrankammern ergibt sich damit bei aktuell erwarteten Strompreisen von 0,32 €/kWh eine jährliche Energiekosten-Ersparnis von mehr als 330.000 €.
Auf der Kläranlage Konzen wurde zur Realisierung des deutlich reduzierten Spülluftbedarfs ein wesentlich kleineres Gebläse für den Betrieb der ausgetauschten Membrankammer installiert (siehe Bild 5).
In dem bisherigen Betriebszeitraum wurde nur einmal Mitte Oktober eine chemische Zwischenreinigung durchgeführt.
Geringe Sauerstoffverschleppung
Ein weiterer Aspekt der signifikant geringeren Belüftungsraten der Module ist die deutlich niedrigere Sauerstoffkonzentration im Überlauf der Membrankammer. Diese führt zu einer Reduktion der Sauerstoffverschleppung in die Denitrifikation und damit zu einem Optimierungspotential der biologischen Stufe. Beim Wechsel aller Membrankammern auf Membion-Technologie ergibt sich weiteres Optimierungspotential durch die Nutzung der bis zu 6 freiwerdenden Membrankammern für biologische Zwecke oder zur Kapazitätserweiterung der Anlage.
Zusammenfassung
Der Ersatz von Doppeldecker-Plattenmodulen durch neuartige Doppeldecker-Hohlfasermodule der Firma Membion auf der MBR-Kläranlage Konzen zeigt seit mehr als 8 Monaten ein stabiles Betriebsverhalten mit folgenden Ergebnissen und dem Potential, auch in anderen MBR-Anlagen die Energiekosten deutlich zu senken:
> 90% Energie-Einsparung durch JetSplash®-Technologie für die Modulspülung anstelle von Cross-Flow-Belüftung,
> 75% Platzeinsparung für die Membranmodule,
keine zusätzliche Vorbehandlung erforderlich,
deutlich kleinere Gebläse,
geringere Sauerstoffverschleppung in die biologische Stufe,
flexible Anpassung der Größe der Membranmodule an die jeweiligen örtlichen Verhältnisse.
Der Betrieb der neuen Membran-Module in Konzen belegt, dass die Membion-Technologie nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch gesamt-ökonomisch gesehen eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Membranfiltern für MBR-Anlagen ist.
Literatur
[1] KREBBER, K. (2013): Optimierung der Energiebilanz von Membranbioreaktoren. Hrsg: Pinnekamp, J. – Gesellschaft zur Förderung der Siedlungswasserwirtschaft an der RWTH Aachen e.V.
[2] Angaben des WVER im Rahmen der Antragstellung für das BMBF-Projekt „Membranbioreaktor mit Doppeldecker-Hohlfaser-Membranfiltern – Double Membion“ 07/2020
[3] DBU-VORHABEN AZ-37220/01, (2021) „Effiziente Energieausnutzung in Membranbioreaktoren durch Einsatz eines innovativen Membranfilters – Zweite Phase der Verifizierung der Energieeinsparung im technischen Maßstab“
Autor
Dr. Klaus Vossenkaul,
Membion GmbH;
Membion ist Teil von Scale-up.NRW – auf Wachstumskurs mit starkem Netzwerk
Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass Membion als eines von 12 Unternehmen für den aktuellen Batch 4# des Förderprogramms Scale-up.NRW ausgewählt wurde. Das Programm richtet sich an Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit besonders hohem Wachstumspotential (Scale-ups) und unterstützt sie dabei, international zu expandieren und ihre Skalierung gezielt voranzutreiben.
Scale-up.NRW wird vom NRW-Wirtschaftsministerium getragen und bietet teilnehmenden Unternehmen ein intensives 18-monatiges Programm mit individuellem Coaching, Zugang zu internationalen Märkten, einem exklusiven Netzwerk aus erfahrenen Unternehmer:innen, Investor:innen und Expert:innen sowie gezieltem Austausch mit anderen innovativen Scale-ups.
Für Membion ist die Aufnahme in das Programm ein wichtiger Meilenstein auf unserem Weg ein international erfolgreiches Unternehmen für moderne Membranbioreaktoren (MBR) in der kommunalen und industriellen Abwasserbehandlung aufzubauen. Die Teilnahme an Scale-up.NRW gibt uns Impulse für unsere strategische Weiterentwicklung und hilft uns, unsere Skalierung zu professionalisieren.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Scale-up.NRW-Team und den anderen teilnehmenden Unternehmen – und auf die nächsten Schritte unserer Wachstumsgeschichte.
Membion treibt die Digitalisierung in der Produktion voran – unterstützt durch die EU, das Land NRW und unseren Transformationsexperten
Die Membion GmbH geht den nächsten Schritt in der digitalen Transformation:
Im Rahmen der Produktionsexpansion und der Planung eines neuen zusätzlichen Standorts für die Serienproduktion innovativer Membranfilter setzt unser Unternehmen verstärkt auf Digitalisierung. Das Ziel ist der „digitale Zwilling“ der Produkte und Arbeitsabläufe. Durch eine hochmoderne, effiziente und ressourcenschonende Fertigung sollen nachhaltige Membranlösungen für eine energie- und platzsparende Abwasserbehandlung am Markt platziert werden.
Dieses zukunftsweisende Vorhaben wird durch die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht. Zusätzlich stellt uns das Land NRW mit Ruben Regenbogen einen Transformationsexperten zur Seite. Durch seine Erfahrung in der Planung und dem Aufbau automatisierter Produktionsprozesse bringt er wertvolle Expertise ein. Diese Förderung unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unserer Region.
Mit der Implementierung digitaler Technologien setzt Membion neue Maßstäbe in der Produktion von Membranfiltern. Die Automatisierung zentraler Fertigungsprozesse, der gezielte Einsatz von Datenanalysen zur Qualitätssicherung und eine vernetzte Produktionssteuerung erhöhen nicht nur die Effizienz und Prozesssicherheit, sondern tragen auch dazu bei, Nachhaltigkeitsziele noch effektiver zu erreichen.
Dank der großzügigen Projektförderung durch die EU und das Land NRW kann die Membion GmbH ihre Position als Vorreiter in der Membranfiltration weiter ausbauen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.
Transformationsexperte Ruben Regenbogen
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